NFTE - Nichts Für traurige Einfälle PDF Drucken E-Mail
Sonntag, den 16. Juli 2017 um 20:03 Uhr

Haben wir uns nicht alle schon mal gedacht, dass irgendetwas in unserem Leben fehlt?! Irgendetwas, was die Welt noch nicht erblickt hat und was uns den Alltag so viel erträglicher machen könnte?!….Vermutlich.

Aber wer hätte wohl gedacht, dass es sich dabei um einen „Liebes-Leben-Organizer“, eine „ Sonnencreme-Kabine“ oder eine „wechselbare Schuhsohle“ handeln könnte.

Solche Ideen waren es nämlich, welche die 12. Klasse der Maxim-Gorki Gesamtschule an ihrem Abschlusstag des NFTE-Projektes vorzuweisen hatte. Aufregung, Spannung, aber auch Freude lagen in der Luft, als sie sich den kritischen Blicken der Wirtschaftsjury stellten. Diese Präsentation ihrer bildete den Höhepunkt des Seminarkurses, auf den sich die Schüler schon ein halbes Jahr lang vorbereitet hatten.

Dabei fing alles so entspannt und ruhig in diesem Schuljahr an, als Frau Hennicke der 12a mitteilte, dass sie am „Network for Teaching Entrepreneurship“, kurz NFTE, teilnehmen würden und sie zu richtigen „Entrepreneuren“ werden würden.

Ziel des Projektes ist es, Jugendlichen den Berufs des Unternehmers näher zu bringen und im Selbstversuch eine Idee, ein Produkt oder eine Dienstleistung zu entwickeln und diese in die Realität umzusetzen.

Als erstes begann das fröhliche Ideensammeln, Analysieren von Marketingstrategien und das stetige Kennenlernen von neuen Fachbegriffen, wobei die Aussprache des Wortes „Entrepreneur“ einen anfangs fast in den Wahnsinn getrieben hat.

Nicht nur für Schüler war das Projekt eine erfrischende Abwechslung vom sonst doch allzu theoretischen Lehrplan, denn nicht nur sie mussten sich einiges neues Wissen zur Wirtschaft aneignen, sondern auch Frau Hennicke, die sich selbst als, ich zitiere: „kompletten Wirtschaftsbanausen“ bezeichnete.

Im Fokus des Kurses stand aber nicht nur die Vermittlung von Hardskills, zum Beispiel wie ein Unternehmen aufgebaut ist oder welche Faktoren man für den Endpreis seines Produktes berücksichtigen muss, sondern auch die Entwicklung von Softskills, wie der Umgang mit Konkurrenz oder das Erlernen von Arbeitseinteilung.

Gerade letzteres war essentiell notwendig, da vor allem im späteren Verlauf viel Selbstarbeit gefordert war und den Schülern freie Hand gelassen wurde, wie sie ihr Produkt präsentieren oder umsetzten. Sowohl den Schülern als auch der Lehrerin gab es die Möglichkeit, selbst Gedanken und Ideen zu realisieren, von denen sie selbst überzeugt waren, egal ob es sich dabei um einen Fitnessriegel oder ein Wohnheim, der etwas anderen Art handelte.

Viele der Schülerinnen und Schüler haben dadurch mehr Selbstvertrauen entwickelt und am Ende konnte jeder von sich behaupten, dass er von seiner Idee überzeugt war und sich den Fragen der Jury gestellt zu haben.

Als der Tag der Entscheidung gekommen war und es kein Zurück mehr gab, hat jeder gezeigt, was er/sie kann und seinen/ihren Mann gestanden, der eine Schweiß gebadet, der andere mit einer zitternden Hand, aber keiner hat es bereut, diesen Schritt gewagt zu haben. Denn das heißt es, ein „Entrepreneur“ zu sein: Ein Problem zu erkennen, was kein anderer bis jetzt gesehen hat. Eine Lösung zu finden, wo keine zu sehen scheint und diese unablässig zu verfolgen und nicht aufzugeben, die Wege zu ändern, aber niemals das Ziel.

Roman Reich (12a)